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Klang-Trommeln


Vorwort
Die Akzeptanz von Musik als Heilmittel ist lang in der Historie verwurzelt. Bereits Pythagoras ( 570 v. Chr.; † nach 510 v. Chr) ein weiser Lehrer der griechischen Antike, wusste welche Auswirkungen bestimmte Melodien und Rhythmen auf den menschlichen Organismus haben, welche die Verhaltensmuster ändern und den Heilungsprozess beschleunigen können.
Rhythmen lassen den Mensch die Verbindung mit der Erde und dem natürlichen Energiefluss erleben. Trommeln weckt eine spürbare Energie, eine Lebenskraft in uns, die uns intuitiv wissen lässt, dass Trommeln eine gute Medizin ist.




Ziel und Wirkung der Klang-Trommeln in der Therapie (Kurzfassung)

Moderne Untersuchungen zeigen, dass der menschliche Organismus auf Schwingungen und Frequenzen, die in der Natur vorkommen, reagiert. Tonschwingungen resonieren in den Energiezentren unseres Körpers. Tief-frequente Töne schwingen in der Wirbelsäule mit, hoch-frequente Töne resonieren in den oberen Chakren (Energiezentren) des Körpers.
Menschen fühlen sich zu dem gleichmäßigen Rhythmus hingezogen, der den immer wiederkehrenden Lebenstanz nachahmt: Herzschlag, Gezeiten, Mondzyklen, Atemrhythmus...
Wir nehmen die Naturrhythmen bereits im sicheren Mutterleib war. Der Herzschlag unserer Mutter ist die erste Erfahrung mit Musik. Diese Naturrhythmen sind allgemeingültig und zeitlos wie die Ewigkeit.
Der Klang der Trommel mit seinen Obertönen, geschlagen in bestimmtem Rhytmus, wird seit Urzeiten zur Wiederherstellung Körperlicher, Geistiger und Seelischer Disharmonien verwndet. Was Schamanen, Druiden, Heiler oder wie sie alle genannt werden, auf allen Kontinenten bis heute einsetzen wird durch moderne Medizinische Untersuchungen bestätigt. Der Einfluss von Schallwellen in bestimmetn Frequenz-Bereichen, Rhythmus und Klang hat sowohl psychologische als auch physiologische Effekte.

Einige Beispiele:
- ausgleich von rechter und linker Gehirnhälfte (Hemisphäre)
- lösen von Blockaden
- loslassen von Sorgen und Problemen mit dem Ziel, neue Harmonie, neue Lösungsmöglichkeiten zu schaffen, eine Neuordnung zu finden und dadurch Heilung zu erfahren
- Körperwahrnehmung durch die Vibration
- entfaltung der Sinnesmodalitäten und Sensibilisierung der Sinneswahrnehmungen
- beruhigung und Angstabbau durch den Klang und Rhythmus

Pädagogische Sicht des Trommels:
- dient dem Abbau hemmender Faktoren und Aufbau des Selbstwertgefühls
- weckt verborgene Kräfte und Fähigkeiten
- kommunizieren auf einer anderen Ebene
- fordert Aufmerksamkeit und erzielt eine hohe Motivation
- baut Brücken, schärft das Bewusstsein und stärkt die Beziehungen untereinander. (Gruppengefühl, Sozialkompetenz)
- fördert kreatives Denken und weckt Neugier
- löst Alltagsstress und die damit verbundenen Blockaden
- Beruhigt den Körper, den Geist und die Seele





Wissenswerter Hintergrund (Etwas ausführlichere Fassung, für die, die gerne mehr lesen)

Inhalt:
- Einleitung
- Schallwellen
- Grund- und Obertöne
- Gehirnwellen
- Grundlagen des Klangs
- Das Prinzip der Resonanz
- Heilende Frequenzen - Heilende Wellen
- Alte Kulturen und sakrale Klänge
- Rhythmus
- Rhythmus und Bewegung
- Rhythmus als Gesetzmässigkeit
- Rhythmus und Strukturen
- Rhythmus und Bewusstsein
- Rechte und linke Gehirnhälfte


Einleitung
Jeder kennt das folgende: wir befinden uns an einem Ort, an dem reges Treiben herrscht. Menschen laufen hastig umher, Maschinen rattern, Motoren kreischen. Schnell wird uns klar: hier wollen wir uns nicht lange aufhalten!
Lärm stresst unseren Körper und die damit verbundene Seele. Beim Körper registrieren wir oft, dass bei extremer Geräuschbelästigung sich die Augenbrauen zusammenziehen. Die Kopfhaut verkrampft und sich der Nacken verspannt. Wir fühlen uns unwohl und somit auch die Seele.

Schallwellen werden vom Körper nicht nur über die Ohren aufgenommen. Schallwellen sind in Bewegung versetzte Moleküle der Luft und diese Treffen auf den Körper. Stichwort: Bassboxen in einer Discothek. Diese Schallwellen beeinflussen also nicht nur das Gehör, sondern den gesamten Körper.


Schallwellen
Schallwellen übertragen die Energie von einem Ort zum anderen, ohne dabei Materie zu übertragen. Eine Schallwelle ist die molekulare Bewegung der Luft. Diese Bewegung der Moleküle überträgt dabei die Energie. Klang ist die einfachste und bekannteste Art von Schallwellen, die wir kennen.
Die wichtigsten messbaren Merkmale der Schallwelle sind: Frequenz, Amplitude, Wellenlänge, Zeit und Geschwindigkeit.

- Amplitude: Bezeichnung für die maximale Auslenkung einer Schwingung, bzw. Welle. Die Amplitude wird auch als Lautstärke wahr genommen.
-
Wellenlänge: der Abstand zwischen benachbarten Kämmen in Metern.
-
Tondauer: (Länge und Häufigkeit), die Zeit für eine vollständige Welle, gemessen in herkömmlichen Zeiteinheiten (Sekunden).
-
Frequenz oder Tonhöhe: Anzahl der vollständigen Wellen innerhalb einer bestimmten Zeit, gemessen in Hertz (Hz). Der Mensch hört in etwa die Frequenzen von 20 bis 20.000 Hz.
-
Ton-Qualität oder Klangfarbe: ist die Qualität des Tons oder des akustischen Ereignisses. Anhand dessen ist es uns möglich, bestimmte Töne (z.B. eine Stimme) wieder zu erkennen (siehe "Grund- und Obertöne").

Entsprechend dem Frequenzbereich unterscheidet man:

Infraschall : < 16 Hz ist für Menschen nicht hörbar, da zu niederfrequent
Hörschall : von 16 Hz bis 20 kHz, ist für Menschen hörbarer Schall
Ultraschall : von 20 kHz bis 1 GHz ist für Menschen nicht hörbar, da zu hochfrequent
Hyperschall : > 1 GHz sind nur noch bedingt ausbreitungsfähige Wellen


Grund- und Obertöne
Jeder Ton den wir hören, besteht aus dem Grundton (das, was wir als Tonhöhe bezeichnen) und den mehr oder weniger hörbaren Obertönen. Die Obertöne bilden die "Klangfarbe". Obertöne sind ein vielfaches der Schwingung des Grundtons.
Das menschliche Gehör nimmt periodische Schwingungen als Töne (im Sinne von musikalischen Tönen) wahr, wobei die Schwingungsperiode die wahrgenommene Tonhöhe bestimmt. Analysiert man das Frequenzspektrum periodischer Schwingungen (z.B. mit Hilfe der Fourier-Transformation), so besteht dieses aus seiner Grundfrequenz (Grundton), die der Schwingungsperiode entspricht und Frequenzen, die ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz entsprechen, den Obertönen.
Während der Grundton meistens die empfundene Tonhöhe des Tons bestimmt, bestimmen die Obertöne wesentlich die Klangfarbe dieses Tons.
Die genannten Schwingungsfrequenzen werden auch als Teiltöne des Klangs bezeichnet. Der erste Teilton ist die Grundfrequenz; der erste Oberton ist das Gleiche wie der zweite Teilton, der zweite Oberton der dritte Teilton usw.

Koplette Ausführung zu diesem Thema siehe
Wikipedia


Gehirnwellen
Die Elektroenzephalografie (EEG, von griechisch encephalon Gehirn, gráphein schreiben) ist eine Methode der medizinischen Diagnostik zur Messung der summierten elektrischen Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche. Folgende Muster (Wellenmuster der graphischen Darstellung) werden unterschieden:
-
Delta-Wellen
Delta-Wellen weisen eine niedrige Frequenz von 1 bis 4 Hz auf. Sie sind typisch für die traumlose Tiefschlafphase und dominieren in Trance-Zuständen. Von grosser Bedeutung sind diese Wellen für Heilungsprozesse und die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems.
-
Theta-Wellen
Als Theta-Welle wird ein Signal im Frequenzbereich zwischen 4 und 7 Hz bezeichnet. Sie treten vermehrt in den leichten Schlafphasen und im Traumschlaf auf und man reagiert nur noch auf wichtige oder starke Umweltreize.
-
Alpha-Wellen
Als Alpha-Welle wird ein Signal im Frequenzbereich zwischen 8 und 13 Hz bezeichnet. Ein verstärkter Anteil von Alpha-Wellen ist kennzeichnend für einen Zustand wohliger Entspannung, ruhiges fliessendes Denken sowie für eine positive Grundeinstellung. Die Aufmerksamkeit ist hierbei nach innen gerichtet. Alpha-Wellen treten hauptsächlich bei geschlossenen Augen auf und gehen mit dem Öffnen der Augen sofort in den Beta-Bereich über. Den gleichen Effekt erreicht man bei geschlossenen Augen, wenn man z.B. eine einfache Rechenaufgabe im Kopf zu lösen beginnt.
-
Beta-Wellen
Beta-Wellen stellen einen bestimmten Ausschnitt aus dem Spektrum des Hirnwellenbildes dar, und nehmen einen Frequenzbereich zwischen 14 und 30 Hz ein. Sie repräsentieren den wachen, konzentrierten, nach aussen gerichteten Bewusstseinszustand. Weitere kennzeichnungsmerkmale eines hohen Beta-Wellen-Anteils sind mentale Aktivität, logisches, analytisches Denken und im extremfall kann es auch Unruhe, Sorge, plötzliche Angst, Anspannung oder Alarmbereitschaft bedeuten.
-
Gamma-Wellen
Als Gamma-Wellen werden Signale im Frequenzbereich über 30 Hz bezeichnet. Sie treten zum Beispiel bei starker Konzentration oder Lernprozessen auf. Neuere Forschungen zeigten die Bedeutung des Gammabandes bei der sogenannten Top-Down Regulierung und der Synchronisation von verschiedenen Hirnarealen zur Integration verschiedener Qualitäten eines Stimulus. Sie sind auf einem EEG-Streifen mit bloßem Auge nicht zu sehen.

Studien haben gezeigt, das rhythmische Klänge tiefer greifende Wirkungen auf das Gehirn haben. Rhythmische Klänge erleichtern es dem Gehirn, in Trance zu verfallen. Untersuchungen der Forscherin Melinda Maxfield der (SSC) Shamanic State of Consciousness haben gezeigt, das 4 1/2 Schläge pro Sekunde auf Trommel am effektivsten waren, um Personen in den Trance-Zustand zu bringen: Theta-Wellen-Muster! Das sind 270 Schläge in der Minute.



Grundlagen des Klanges
Alles im Universum besteht aus Atomen. Ein Atom besteht im wesentlichen aus Neutronen, Protronen und Elektronen. Die Elektronen kreisen um den Atomkern (Neutron und Protron). Die Elektronenbewegung um den Kern erzeugt einen Puls, dieser eine Welle und das ist es, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Immer, wenn es einen Puls gibt, erzeugt dies eine Welle und diese einen Ton oder eine Form, bzw Materie. Das nennt man das "Gesetz der Drei". Mit anderen Worten: alles, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen ist ein elektromagnetischer Impuls. Jede Materie ist Klang und strahlt Klang ab, welche wir mit unseren Sinnen allerdings nicht bewusst wahrnehmen können. Unser physischer Körper besteht demnach aus genauso elektromagnetischen Impulsen und strahlt Klang ab.

Der deutsche Wissenschaftler Dr. Hans Jenny entdeckte 1930, das Töne Muster erzeugen. Diese können mittels feinem Staub sichtbar gemacht werden.

1950 konnte Dr. Singh, Leiter der Abteilung für Botanik an der Annamalai University, beweisen, dass Klang Einfluss auf den Wachstum von Pflanzen haben kann. Dies beruht auf die erhöhte Bewegung der Protoplasmen. Für mehrere Wochen bespielte er zu Sonnenaufgang verschiedene Pflanzen mit den traditionellen Gandharva Veda Musikstücken (Ragas). Dies geschah mit verschiedenen traditionellen Instrumenten aus einer Entfernung von 2 Metern. Tatsächlich erhöhte sich die Zahl der Chromosomen.


Das Prinzip der Resonanz
Jeder kennt es irgend wie. Eine Klangquelle überträgt ihre Schallwellen auf einen anderen Gegenstand und dieser fängt an mit zu schwingen. Als Beispiel dienten in einem Versuch zwei gleiche Violinen. Legt man diese nebeneiander und versetzt eine der Violinen in Schwingung, wird die identische daneben liegende Violine in der gleichen Frequenz mitschwingen.
Auf den Menschen übertragen kennt man den Ausspruch: "der verbreitet aber negative Schwingungen." Irgendwie überträgt sich diese Schwingung, wenn man nicht aufpasst. Unser Körper scheint aus mehr oder weniger fester Substanz zu bestehen. Tatsächlich aber, so behaupten Quantenphysiker, soll der menschliche Körper aus 99,99% leerem Raum mit schwingenden Atomen bestehen. Unser Körper schwingt mit einer Frequenz von 8 Hz, der gleichen Schwingung wie das elektomagnetische Feld der Erde. Wir sind also in der Tat eins mit der Erde!


Chakren sind Energiepunkte in unserem Körper. Sie übertragen in unserem Körper die Lebenskraft. Sie übertragen und empfangen also Energie.


Heilende Frequenzen - Heilende Wellen
Wir können also sagen, dass alles in der Natur aus Energie mit unterschiedlichen Frequenzen besteht, dass alles in der Natur vibriert und so Klang, Licht, Farbe und Resonanzen erzeugt. Klangliche Frequenzen haben eine stärkere Wirkung und die korrekte Schwingung kann somit entweder zur Heilung beitragen oder den Körper ausbalancieren. Der Körper ist vibrierende Energie mit unterschiedlichen Frequenzen. Chakren, Organe, Knochen, Nervensystem und das Gewebe bilden zusammen einen einzigartigen Klang. Und jeder Körper klingt anders.
Wenn ein Organ zum Beispiel nicht korrekt schwingt, kann es krank werden. Mittels der richtigen Frequenz könnte man nun versuchen das entsprechende Organ wieder in die korrekte Schwingung zu versetzen. Die Tabelle unten zeigt die 7 Chakren, welche im Zentrum des Körper entlang der Wirbelsäule laufen sollen.


Nr. Name Ton Farbe
7 Kronen- oder Scheitelchakra H violett
6 Stirnchakra oder Drittes Auge A indigo
5 Hals- oder Kehlchakra D blau
4 Herzchakra F grün
3 Nabel oder Solarplexus E gelb
2 Sakral oder Sexualchakra D orange
1 Wurzel- oder Basischakra C rot

Alte Kulturen und sakrale Klänge
Viele alte Kulturen erkennen die Bedeutung von Musik und Klang als heilende Kraft.
- Die Tibeter benutzen noch immer Glocken, Glockenspiel und Klangschalen als
Grundlage für ihre spirituelle Praxis
- Die australischen und amerikanischen Ureinwohner verwenden Gesang und den Klang verschiedener Instrumente mit wiederkehrenden Rhythmen, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
- Schon im alten Ägypten wussten die Priester, wie man mit bestimmten Klängen die Energiezentren wieder auflädt.
- Die Pythagoreer der Antike versuchten, mit Musik Gleichgewicht und Proportion zu schaffen.
- Die Griechen untersagten den Orchester- und Flötenspielern bei Strafe, gewisse Tonarten zu spielen, weil diese ungünstige Einflüsse auf den Menschen haben sollten.
- In der Odyssee des Homer (8. Jahrh. v. Chr.) können wir lesen, wie die Gefährten von Odysseus "die Wunden verbanden und das schwarze Blut mit einem heilenden Gesang stillten."
- Die Sufis und die Inder benutzten die Musik für ihre Meditation. Mit ihrer Hilfe kontrollierten sie die Aktivität ihres Körpers und Geistes und brachten sich zur Ruhe.

"Gandharva-Veda ist die ewige Melodie der Natur, die auf allen Ebenen der Schöpfung klingt, auf der Ebene der kleinsten Teilchen bis hin zum riesigen, sich ewig ausdehnenden Universum." - Maharishi Mahesh Yogi



Rhythmus
Rhythmus ist überall, alles ist rhythmisch. Die Wiederholung eines Schwingungsimpulses im Zeitablauf ergibt einen Rhythmus. Extreme solcher Rhythmusstrukturen sind z.B. das Zirpen einer Grille einerseits, oder die Folgen von Eiszeiten in Grosszeiträumen andererseits. Alles was lebt bewegt sich und was sich bewegt, bildet einen bestimmten Rhythmus. Leben ist eine Wiederholung gleicher Bewegungen in neuen Zeit-Räumen. Rhythmus ist Leben. Rhythmus ist das Gesetz der "massgebenden" Kraft, das geheime Prinzip der Schöpfung, alles strukturierend und wandelnd. Jeder (Jede) hat seinen persönlichen Rhythmus beim Sprechen und auch jede Sprache hat ihren eigenen Rhythmus. Musik ist rhythmische Klangsprache. Die innere rhythmische Ordnung trägt wesentlich zum ganzheitlichen Wohlbefinden des Menschen bei. Wird sie durch falsches Bewegungsverhalten, Bewegungsmangel, Bewegungsmonotonie oder durch negative Einflüsse umweltbedingter Art gestört, so kann dies zu psycho-motorischen und psycho-somatischen Schwächen und Störungen führen.


Rhythmus und Bewegung
Rhythmus kann als Phänomen betrachtet werden, dem im menschlichen Bewegungs-Verhalten eine grosse Bedeutung zukommt. Es gibt in unserer Welt eine grosse Vielfalt rhythmischer Erscheinungen. Seit der Antike bis zur heutigen Zeit befassen sich die Menschen in den verschiedensten Wissensgebieten mit der Erforschung des Rhythmus.
In der regelmässigen Wiederkehr von gleichen oder ähnlichen Erscheinungen in Raum und Zeit, im fliessenden Ineinandergreifen von Werden und Vergehen und im Entstehen von neuen Bewegungsgestalten erahnen wir die Struktur des Rhythmus. Diese Struktur offenbart sich auch in der menschlichen Bewegung. In den Grössen Raum, Zeit und Kraft erkennen und erahnen wir die gemeinsamen Merkmale von Rhythmus und Bewegung. Wie die naturwissenschaftliche Forschung zeigt, ist Rhythmus als raum-zeitliche Erscheinung mathematisch allein nicht fassbar. Rhythmus lässt sich vorerst nur erspüren und erleben.
Wir können beobachten, dass schon kleine Kinder, durch das ihnen innewohnende Gefühl, im Körperkontakt zu ihrer Bezugsperson oder auf eine rhythmische Schaukelbewegung mit Entspannung reagieren. Wir beobachten weiter, dass Kinder beim Erklingen von Musik spontan zu tanzen beginnen.


Rhythmus als Gesetzmässigkeit
Der jedem Menschen innewohnende Rhythmus wird als innerer Rhythmus oder Eigenrhythmus bezeichnet. Jeder organische Vorgang, jede willkürliche und unwillkürliche Bewegung gehorcht dem Gesetz der Spannung und Lösung. Wir spüren dieses rhythmische Geschehen etwa in der Funktion der Atmung, im Herzschlag und im Puls.


Rhythmus und Strukturen
Wir leben inmitten von unzähligen Rhythmen, die uns meistens als solche gar nicht bewusst sind; ihre Entdeckung ist ein Abenteuer! Es gibt keinen Ton, kein Geräusch, welches nicht einen Rhythmus besitzt. Jedes Geräusch ist physikalisch das Produkt der in Schwingung versetzten Luft. Diese Schwingung kann eine Welle, eine Vibration, eine ganz feine oder eine ganz grosse Bewegung von einem bestimmten Luftraum sein. Der schwingende Körper prägt die Art, den Charakter der Schwingung. Ob z.B. ein Specht einen hohlen Stamm in Schwingung versetzt, ob eine Eisenbahn über Schienenabschnitte rollt, oder ob ein Bach über Steine plätschert, die so in Schwingung versetzte Luft trifft als Geräusch auf unser Ohr. Es hat jedesmal eine andere Struktur der Wiederholung, hat ein bestimmtes Grundmuster, hat Perioden, Wechsel, Pausen, Verdichtungen, Überlagerungen. In der Verdichtung solcher Muster hören wir mehr einen Klang, in den Strukturen mehr einen Rhythmus.
Der uns am nächsten liegende Rhythmus ist der Puls und der Atem. Aber auch unser Wechsel von Wach-Sein und Schlaf, von Spannung und Entpannung, unsere Fortbewegungsarten, unsere Gewohnheiten, unser Lebens- und Arbeitsstil unterliegen einem Rhythmus, der bei jedem wieder anders ist. Bei alltäglichen Tätigkeiten können wir sogar so wichtige Rhythmen entdecken wie das wechselnde Bedürfnis von Nähe und Distanz zu Partnern oder der nötige Wechsel von Auseinandersetzung und Rückzug in Beziehungen oder der günstigste Ausgleich von Nehmen und Geben in der Bedürfnisökonomie. Beispiele solcher rhythmisch oder polar spielender Alltagsphasen sind die Zuwendung und Abgrenzung, die Kreativität und der Konsum, die Information und Ausdruck, das Essen und die Ausscheidungen und viele andere. Ein Bewusstsein über solche persönlichen Rhythmen gibt Sicherheit oder Selbstbewusstsein und charakterisiert die Persönlichkeit. Jeder Rhythmus hat seinen persönlichen Charakter - ebenso hat jede Person ihren charakteristischen Rhythmus.
Das Atmen, unsere ausdauernste und regelmäsigste Arbeit im Leben, ermüdet nicht, sondern gibt uns Energie. Was ist Rhythmus konkret? Er entzieht sich einer Definition. Sicher ist er etwas Dynamisches, Farbiges, Lebendiges, aber auch etwas Überschaubares, Fassbares. Er schliesst viele andere Begriffe mit ein: Puls, Schlag, Takt, Metrum, Groove, Vibration, ... oder Zeit, Epoche, Zyklus, Periode und anderes mehr. Rhythmus bezeichnet immer eine Ganzheit. Rhythmen sind der hör- und fühlbare Puls ganzer Kulturen, die Sprache eines kollektiven Lebensstils.
Wer z.B. ganz im Tanz oder im Rhythmus drin ist, kann die normalerweise zuverlässige Vorstellung, wieviel Zeit von einem Ereignis zum anderen vergeht, völlig verlieren.


Rhythmus und Bewusstsein
Schon früh beginnt unser Bewusstsein in uns zu existieren. Es macht sich in Form der Gehirnwellen bemerkbar - dies sind rhythmische Schwingungen, die aus dem Gehirn und dem Nervensystem stammen. Unser ganzes Leben lang ist unser Bewusstseinszustand durch die Schwingungsraten dieser Wellen bestimmt. Mit Enzephalogrammen können Wissenschaftler die Anzahl der Energiewellen messen, die pro Sekunde das Gehirn durchqueren. Auf diese Weise wurde auch ein Klassifikationssystem für verschiedene Bewusstseinszustände entwickelt.
(Aufgliederung des EEG's von Gehinströmen, siehe oben unter "Gehirnwellen")


Rechte und linke Gehirnhälfte
Aus neurologischer Sicht ist das Gehirn in zwei Hälften geteilt, die jeweils verschiedene mentale Aktivitäten kontrollieren. Bei sehr kleinen Kindern agieren sie noch gemeinsam, aber etwa vom fünften Lebensjahr an beginnen sie sich zu spezialisieren. Die rechte Gehirnhälfte fungiert als Zentrum der Kreativität. Sie enthält das visuelle, auditive und emotionale Gedächtnis, verarbeitet Informationen auf ganzheitliche und intuitive Weise und stützt sich dabei auf das Erkennen von Mustern. Die linke Gehirnhälfte ist der Buchhalter und Verwalter, den wir als "rationalen Verstand" bezeichnen. Sie verarbeitet Informationen auf logische, analytische, verbale und sequentielle Art. Sie identifiziert, klassifiziert und erklärt. Wenn eine Gehirnhälfte beschädigt wird, so kann die andere innerhalb bestimmter Grenzen ihre Funktion übernehmen. Normalerweise aber sind die Erinnerungen, mentalen Assoziationen, Ideen und Prozesse dieser beiden Hemisphären für die jeweils andere eher schwer zugänglich. Im normalen Bewusstsein dominiert entweder die linke oder die rechte Hälfte, und zwar in Zyklen, die zwischen dreissig Minuten und drei Stunden liegen. Wir gleiten von der einen zur anderen Seite, je nachdem, welche Fertigkeiten wir gerade "abrufen".
Die beiden Hämisphären funktionieren nicht nur auf verschiedene Weise, sondern meist auch in verschiedenen Rhythmen. So kann sich die rechte Seite im Alpha-Zustand befinden, während die linke gerade im Beta-Zustand verweilt. Oder aber beide Hälften erzeugen dieselbe Art von Hirnwellen, sind aber nicht miteinander synchron. In Zuständen intensiver Kreativität, tiefer Meditation und unter dem Einfluss von rhythmischem Klang beginnen die beiden Hämisphären im gleichen, synchronen Rhythmus zu schwingen. Diesen Zustand einer einheitlichen Funktion nennt man "Hämispharen-Synchronisation". Tritt er ein, so entsteht ein Gefühl von Klarheit und gesteigerter Aufmerksamkeit. Gefühle der Schüchternheit oder Getrenntheit schwinden. Das Individuum ist imstande, gleichzeitig beide Hälften zu benutzen. Die Synchronisation auf der Alpha-Ebene kann Gefühle der Euphorie, gesteigerte mentale Kräfte und intensive Kreativität auslösen. Dies ist wahrscheinlich auch die neurologische Basis von höheren Bewusstseinszuständen.
Da jede Hemisphäre die motorischen Fähigkeiten einer Körperhälfte kontrolliert, kann rhythmische Bewegung auch Synchronisation erzeugen. Trommeln ist vielleicht die wirksamste Methode, um die Synchronisation der Gehirnwellen zu bewirken.
Forschungen haben ergeben, dass das Musikverständnis auf einer guten Integration der beiden Hemisphären beruht. Andrew Neher hat eine Reihe von Experimenten durchgeführt, aus denen hervorgeht, dass die Trommelrhythmen als auditiver Antriebsmechanismus wirken, der die Gehirnwellen eines Menschen in Alpha- oder Beta-Zustände bringen kann. Rhythmus ist mitreissend. Wenn wir mit anderen Menschen interagieren, so beeinflussen sich unsere Rhythmen. Diese Fähigkeit des Rhythmus eines Menschen, einen anderen in einen harmonischen "Bann" zu ziehen, nennt man Resonanz. Stephan Rechtschaffen nennt es "eines der grossen Organisationsprinzipien der Welt, das ebenso unausweichlich ist wie die Schwerkraft".
Forschungen von William S. Condon zeigen, dass Sprache ebenso rhythmisch ist wie Bewegung. Um erfolgreich zu kommunizieren, müssen Menschen imstande sein, das Tempo ihrer Äusserungen aufeinander einzustellen. Wenn Menschen miteinander sprechen, so interagieren sie in komplexen Rhythmen. Die harmonische Angleichung ihrer Konversationsrhythmen erlaubt beiden Partnern, in den richtigen Zeitabständen zuzuhören oder zu antworten. Wenn der Rhythmus einer Person ständig durchbrochen oder unterdrückt wird, so kann dies ernste Folgen zeitigen und zu Gleichgültigkeit, Erschöpfung, Depression, Bedrängnis und Zorn führen. Manchmal befinden wir uns ganz natürlich in einem harmonischen Rhythmus mit einer anderen Person. Ohne Anstrengung gelingt es, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, und dies ist eine der grössten Freuden im Leben. Ereignisse wie beispielsweise Geburt, Heirat, Krankheit, Trennung, Tod sowie berufliche sowie geschäftliche Veränderungen sind auch deshalb belastend, weil sie vertraute Rhythmen brechen. Es braucht dann wieder eine gewisse Zeit, bis der "neue Rhythmus" angenehm erscheint.


Literatur- und Quellenhinweise:
Giger Peter: "Die Kunst des Rhythmus" Mainz 1993
Schweizerischer Verband für Sport in der Schule: "Bewegungs-Erziehung" Zürich 1983
Schwenk Theodor: "Das sensible Chaos" Stuttgart 1995
Redmond Layne: "Frauen Trommeln" München 1999
Hegi Fritz: "Improvisation und Musiktherapie" Paderborn 1986
Fabrizio Perini: "Rhythmus" SUCO, Bern
Move-Ya / Drums Alive
Didgeman / four elements
Wikipedia


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